Typ-2-Diabetes ist heilbar – ohne Medikamente

Eine aktuell im Lancet publizierte Studie bestätigt langjähriges Erfahrungswissen nun auch mit methodisch hochwertigen Daten: Diabetes mellitus Typ 2 muss kein lebenslanges Schicksal sein, sondern eine Heilung ist möglich – und zwar ohne Operation, ohne Insulin und ohne Antidiabetika.

Hintergrund der Studie

Im Mittelpunkt der von Diabetes UK finanzierten DiRECT-Studie („Diabetes Remission Clinical Trial“), deren Ergebnisse jetzt von dem britischen Forscherteam um Michael Lean (Glasgow) und Roy Taylor (Newcastle) präsentiert wurden, stand ein radikales Gewichtsreduktionsprogramm, das durch Hausarztpraxen medizinisch begleitet wurde. Fast die Hälfte der teilnehmenden übergewichtigen Typ-2-Diabetiker hatte nach einem Jahr völlig ohne Arzneimitteltherapie normale Blutzucker- und oft auch wieder normale Blutdruckwerte. Die Erfolgsrate war dabei proportional zur erzielten Gewichtsabnahme. Damit sieht sich Roy Taylor bestätigt, dessen „Twin Cycle“-Hypothese postuliert, dass das pathophysiologische Hauptproblem des Diabetes Typ 2 die Verfettung von Leber und Bauchspeicheldrüse ist – und eben diese Verfettung wird mit der hier untersuchten, sog. „Conterweight-Plus“-Diät beseitigt.

Ernährungstherapie: Basistherapie des Diabetes Typ 2

Allerdings: Die Idee, einen Diabetes Typ 2 vorrangig diätetisch zu therapieren, ist alles Andere als neu – weshalb die mediale Aufregung um die Studienergebnisse doch etwas überrascht. So steht im aktuellen Therapiealgorithmus der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes die sogenannte „Basistherapie“ mit Patientenschulung, Ernährungstherapie und Steigerung der körperlichen Aktivität an erster Stelle – und damit vor dem Beginn irgendeiner medikamentösen Therapie. Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, soll gemäß Leitlinie überhaupt mit der Einnahme von Antidiabetika (in aller Regel Metformin) begonnen werden. Angesichts der bekannten, fast regelhaft vorliegenden Schwierigkeiten, Patienten mit Diabetes Typ 2 zu einer nachhaltigen Lebensstil-Modifikation inkl. wirksamem Ernährungs- und Gewichtsmanagement zu bewegen, wird diese Leitlinienempfehlung aber oft fast als „pro forma“ angesehen.

Dass jedoch eben diese Lebensstil-Modifikationen nicht nur theoretische Empfehlungen sind, sondern dass mit ihrer konsequenten Umsetzung ein sehr großer Teil der Diabetes Typ 2-Erkrankungen praktisch heilbar sind, zeigen die aktuellen Studienergebnisse. Nicht nur aus patientenindividueller Perspektive, sondern vor allem aus Public Health-Sicht sollten die Ergebnisse daher dringend zu konkreten Maßnahmen führen; hier zeigt sich nicht nur das erhebliche therapeutische, sondern vor allem auch das enorme präventive Potenzial diätetischer Interventionen.

Counterweight-Plus-Programm der DiRECT-Studie

An der Studie nahmen 298 übergewichtige Patienten mit Diabetes Typ 2 teil (Alter 20 – 65 Jahre, BMI 27 – 45 kg/m²), die in 49 verschiedenen Hausarztpraxen betreut wurden. Die Diagnose des Diabetes lag dabei maximal sechs Jahre zurück. Diese Einschränkung ist vor dem Hintergrund wichtig, dass in späteren Krankheitsstadien der Diabetes durch die Schädigung der Insulin-produzierenden Bauchspeicheldrüsen-Zellen schwerer bis gar nicht mehr reversibel ist. Ob eine teilnehmende Hausarztpraxis für ihre Patienten das „Counterweight-Plus-Programm“ oder die Standardtherapie durchführte, wurde nach dem Zufallsprinzip bestimmt; die Ernährungsinterventionen wurden durch Ernährungsfachkräfte oder geschulte Arzthelferinnen begleitet.

Die Patienten der Standardtherapie erhielten die leitliniengemäße Antidiabetika- und ggf. Bluthochdruck-Therapie. Die Diättherapie der Interventionsgruppe dagegen begann drastisch: Für die ersten drei bis fünf Monate mussten die Teilnehmer komplett auf konventionelle Mahlzeiten verzichten und ernährten sich vollständig über orale Trinknahrungen. Die Kalorienzufuhr dieser Formuladiäten betrug dabei 825 – 853 kcal pro Tag (59 E% Kohlenhydrate, 13 E% Fett, 25 E% Protein); zudem setzten die Patienten mit Beginn der Diät sowohl ihre blutzucker- als auch ihre blutdrucksenkenden Medikamente ab.

Im Anschluss folgte über zwei bis acht Wochen die Wiedereinführung üblicher Nahrungsmittel (50 E% Kohlenhydrate, 35 E% Fett, 15 E% Protein). Danach sollten die Patienten eine gesunde Normalkost selbständig fortsetzen, wobei sie mit einer monatlichen Diätberatung unterstützt wurden. Außerdem wurden die Patienten während der gesamten Studie zu gesteigerter körperlicher Aktivität animiert.

Als Remission des Diabetes („Diabetes-Heilung“) wurde ein HbA1c-Wert von unter 6,5 % nach zwölf Monaten ohne Einnahme blutzuckersenkender Medikamente definiert.

Hälfte der Diabetes-Erkrankungen geheilt

Von den 149 Studienteilnehmern pro Gruppe nahmen 129 Patienten der Diätgruppe (86 %) und 147 Patienten der Kontrollgruppe (99 %) an der Abschlussuntersuchung nach zwölf Monaten teil. 24 % der Patienten der Diätgruppe erreichten dabei eine Gewichtsreduktion um mindestens 15 kg, dagegen kein Patient der Kontrollgruppe. Im Mittel wurde im Studienzeitraum von einem Jahre in der Diätgruppe eine Gewichtsreduktion von 10 kg erzielt, in der Kontrollgruppe eine Gewichtsreduktion von 1 kg.

Während es in der Diätgruppe bei 46 % der Patienten nach einem Jahr zur Diabetes-Remission kam, war dies in der Kontrollgruppe nur bei 4 % der Patienten der Fall. Statistisch war die Diättherapie damit rund 20 Mal so erfolgreich wie die hausärztliche Standardtherapie (odds ratio: 19,7). Angesichts dieser drastischen Zahlen muss man sich noch einmal klar machen, dass die Patienten der Kontrollgruppe ja nicht keine Therapie erhielten, sondern die auch bei uns übliche, leitliniengerechte medikamentöse Standardtherapie mit Antidiabetika.

Therapieerfolg abhängig von Gewichtsreduktion

In der weiteren Analyse konnte gezeigt werden, dass der Therapieerfolg proportional zur Gewichtsabnahme der Patienten war: Während keiner der Patienten, die zugenommen hatten, eine Diabetes-Remission erreichte, stieg der Anteil der Diabetes-Remission direkt mit dem Ausmaß der Gewichtsreduktion an:

  • 0 – 5 kg Gewichtsverlust: 7 % der Patienten mit Diabetes-Remission
  • 5 – 10 kg Gewichtsverlust: 34 % der Patienten mit Diabetes-Remission
  • 10 – 15 kg Gewichtsverlust: 57 % der Patienten mit Diabetes-Remission
  • > 15 kg Gewichtsverlust: 86 % der Patienten mit Diabetes-Remission

Am Rande: Die Gewichtsreduktion führte auch zu einer deutlich besseren Lebensqualität und einem derartig verbesserten Blutdruckprofil, dass rund die Hälfe der Patienten nach Ende der Studie vollständig auf blutdrucksenkende Medikamente verzichten konnte.

Außerdem war die Diät-Intervention praktisch nebenwirkungsfrei; lediglich bei einem einzigen Patienten kam es (vermutlich diätbedingt) zu einer Gallenkolik, doch auch dieser Patient setzte die Therapie im Anschluss fort. Kein Patient der Interventionsgruppe brach die Diättherapie aufgrund schwerer unerwünschter Wirkungen ab. Nun sollen die Patienten nachbeobachtet werden, um die weitere Gewichts- und Diabetesentwicklung zu verfolgen.

Einmal Diabetes – immer Diabetes? Falsch.

Noch immer gilt die landläufige Meinung: „Einmal Diabetes – immer Diabetes“. Für Diabetes Typ 1 trifft das zu. Und auch für Diabetes Typ 2 scheint die tägliche Praxis diese Meinung zu bestätigen, doch die Ursache dieses Zusammenhangs liegt wohl nicht in der spezifischen Pathophysiologie, sondern vielmehr in den bisher gewählten, unzureichenden (medikamentösen) Therapiekonzepten. Die aktuellen Studienergebnisse bestätigen frühere, kleinere Untersuchungen (Steven & Taylor 2015).

Und wenn man kritisch einwendet, dass die hier durchgeführte Diät-Intervention – insbesondere in den ersten Monaten der reinen Formula-Diät – ziemlich drastisch ist: Das stimmt, doch das sind die Alternativen wie bariatrische Operationen, jahrzehntelange medikamentöse Therapien oder gesundheitliche Langzeitfolgen eines Typ-2-Diabetes ebenso.

Auch die allzu häufige Erfahrung, dass es sehr schwer ist, Patienten mit Diabetes Typ 2 zu nachhaltigen Veränderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten zu bewegen, muss angesichts dieser Daten hinterfragt werden. Möglicherweise waren die Erfolgsaussichten dieser „Basistherapie“ bisher vor allem deshalb so gering, weil sie zum falschen Zeitpunkt (zu spät) angeboten und/oder weil sie nicht mit dem entsprechenden Nachdruck verfolgt wurde. Selbstverständlich ist es etwas Anderes, einem übergewichtigen Diabetiker zwischen Tür und Angel zu sagen: „Nehmen Sie doch mal etwas ab!“, als ihm wie hier ein engmaschig und professionell begleitetes, 12-monatiges Gewichtsreduktionsprogramm angedeihen zu lassen.

Lebensqualität verbesserte sich unter der Diät

Die sehr geringe Abbrecherquote in der Diät-Gruppe zeigt vielmehr im Gegenteil, dass selbst drastische Diät-Konzepte mit hoher Therapieadhärenz umgesetzt werden können, wenn die Diät qualifiziert begleitet und unterstützt wird. Dies bestätigt der Blick auf die in der Studie erfasste Lebensqualität (EuroQoL-5-Skala): Während sich die Lebensqualität in der Interventionsgruppe (also trotz der drastischen Diät!) über den gesamten Zeitraum deutlich verbesserte, zeigte sich in der Kontrollgruppe mit medikamentöser Standardtherapie eine signifikante Verschlechterung der Lebensqualität. Dieser Aspekt ist sicherlich bemerkenswert, denn ein Hauptgrund, der in aller Regel gegen derartige Diätprogramme ins Feld geführt wird, ist die (postulierte) schlechtere Lebensqualität durch die Diätintervention. Auch dieses Argument ist mit der aktuellen Studie en passant widerlegt worden.

Kehrtwende der Diabetes-Therapie überfällig

Ein Diätprogramm, wie es im Rahmen der DiRECT-Studie durchgeführt wurde, ist sicherlich aufwendig und kostenintensiv, doch beides ist die medikamentöse Diabetes-Therapie auf Dauer auch. Offensichtlich gibt es wirksame Möglichkeiten der „Hilfe zur Selbsthilfe“, um einen Diabetes Typ 2 wieder loszuwerden. Kurzfristig ist es zwar einfacher, täglich Metformin-Tabletten zu schlucken, ohne das Verhalten zu ändern; angesichts der anrollenden Adipositas-Epidemie (mit allen Folgeerkrankungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten) sollte der Blick aber ins Langfristige gehen.

In Deutschland sind Antidiabetika mit einem Jahresumsatz von 2,4 Milliarden EUR mittlerweile die zweitumsatzstärkste Arzneimittelgruppe. Das knappe Geld im Gesundheitssystem wäre in diätetischen Interventionsprogrammen sicherlich um ein Vielfaches sinnvoller eingesetzt als in der Entwicklung und im Marketing immer neuer Antidiabetika oder in der Behandlung potenziell vermeidbarer Diabetes-Spätfolgen. Die Ergebnisse der DiRECT-Studie liefern weitere, stichhaltige Argumente für eine drastische Kehrtwende in der Diabetes-Therapie (und -Prävention!).

Ob diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf gesundheitspolitischer Ebene jemals umgesetzt werden – z. B. als Förderung entsprechend wirksamer Diätinterventionen – ist leider mehr als unwahrscheinlich. Die Gewinne der pharmazeutischen Industrie auf diesem Feld werden Motivation genug dafür sein, um die politische Lobbyarbeit wie gewohnt effektiv weiterzuführen. Die Umsätze von Merck & Co. für die Sitagliptin-Präparate Januvia® und Janumet® betrugen 2016 knapp 40 Milliarden EUR (PZ 17/2017); die Gesamtausgaben des Bundesgesundheitsministerium für Präventionsangebote lagen im gleichen Zeitraum dagegen bei läppischen 50 Millionen EUR.

Und noch ein Nachtrag: Fischölkapseln sind bei Diabetes unwirksam, um Herzkreislauf-Komplikationen zu verhindern – das sind die 2018 publizierten Ergebnisse der ASCEND-Studie an über 15.000 Diabetikern.

17 Kommentare

  1. Stellt sich mal wieder die Frage womit man mehr Geld verdienen kann:

    Mit Medikamenten oder mit Sport und Ernährungsumstellung.
    ich denke die Antwort darauf ist klar.

  2. Leider ist es Standard erst einmal Metformin zu verschreiben. Bei mir wurde Diabetes Typ 2 im Januar diagnostiziert. Mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung habe ich mein Gewicht um 15 kg (=-15%) gesenkt. Die Zuckerwerte bewegen sich jetzt im Bereich von 5,6. Die Dosierung von Metformin habe ich nach 4 Monaten reduziert. Ich möchte noch etwa 6 Kg abnehmen um in einen idealen Gewichtsbereich zu kommen. Beim nächsten Kontrolltermin schlage ich meiner Ärztin, vor die Medikamente weiter zu reduzieren oder zum Test und unter ständiger Kontrolle komplett darauf zu verzichten.

    Meine Ärztin ist super, der Diätarzt zu dem ich anfangs geschickt worden bin wird offensichtlich von der Pharmaindustrie bezahlt. Hat mich nicht untersucht, keine Empfehlungen gegeben und über mein damaliges Gewicht (BMI 31,0) gesagt „Gewicht wäre ja ok“. Als Empfehlung an die Ärztin: „Falls Werte nicht besser werden Dosierung erhöhen“.
    Bei solchen Spezialisten zählt wohl nur der Geldbeutel.

    1. Wie die diskutierte Studie zeigt, ist es bei Typ-2-Diabetes in der Tat potenziell möglich, eine „Heilung“ durch Ernährungsinterventionen hinzubekommen. Und selbst wenn die vollständige „Heilung“ nicht klappen sollte, so können doch oft die erforderlichen Medikamente im Rahmen einer Ernährungsumstellung reduziert werden.

    1. Am besten die ansässigen Diabetologen direkt ansprechen und fragen, wie viel Unterstützung sie bei der sinnvollen und wirksamen Ernährungstherapie geben wollen/können. Es gibt einige, die dabei sehr gut unterstützen, während andere direkt zum Insulin greifen (vgl. Beitrag der NDR Visite vom 22.01.2019: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Diabetes-Krank-durch-Insulin,diabetes436.html). Falls kein Diabetologe dabei ist, der sich die Mühe machen möchte, gezielt zur qualifizierten Ernährungstherapie gehen. Listen mit zertifizierten Ernährungstherapeuten in der Nähe gibt es auf Anfrage direkt von der eigenen Krankenkasse oder hier: https://www.vdd.de/index.php?id=274

  3. Über die Gewichtsreduktion zerbrechen wir uns auch den Kopf. Der Opa leidet unter Diabetes schon seit langem. Er ist auch insulinabhängig. Um abzunehmen, soll er doch seine Ernährung umstellen. Wie aber? Was ist zu empfehlen? Was soll kaum auf den Tisch kommen? Ein paar Tipps könnten uns helfen. Vielen Dank!

    1. Vor 6 Jahren habe ich vom Optiker gesagt bekommen, ich solle mal einen Zuckertest machen (1,85m , 90kg). Bingo … Typ2… und auf beide Augen grauer Star. Mein Hausarzt ist Fan von Naturheilmittel und versucht es immer erst einmal ohne Chemie. Also Ernährung umstellen: ganz einfach Reis, Kartoffeln, Nudeln und helle Brotsorten weg lassen und absolutes Schnuckelverbot 🙁 . Seit dem esse ich halt mehr Gemüse als Beilage und verzichte auf Schmierfette und süßen Brotaufstrich.
      Mein Zucker hat sich stabil auf unter „7,0“ eingependelt. Ab und zu, wenn ich mal Bier trinke, kann ich sogar ein paar Pommes essen ohne es zu bereuen.
      Klar, meine Augen sind kaputt. Habe in beiden künstliche Linsen bekommen (mit je 18 Diopt.) und trage zum Lesen eine Brille. Aber ich fühle mich wieder „top“, bin voll berufstätig (jetzt mit 60) und fahre wieder Motorrad (ohne Brille).

      An Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst esse ich fast alles was mir schmeckt. Nur die ganz süßen Obstsorten wie Anans, Kiwi u.s.w. lasse ich weg.

      Viel Erfolg beim nachmachen …

  4. Dieser Beitrag bestätigt meine mittlerweile gehegten Zweifel am Willen von Hausärtzen und Diabetologen Typ 2 Patienten bei der Ernährungsintervention gegen Diabetes wirksam Unterstützung zu gewährleisten. Testweise habe ich in wenigen Wochen über Ernährung und Bewegung meinen Langzeitwert deutlich senken können. Jedoch nur kurzweilig, da seitens Hausarzt sowie Diabetologiepraxis keine hilfreiche Unterstützung erfolgte, ohne mich auf weitere Medikamente inklusive Insulin widerspruchslos einzulassen. Mit dem Erfolg, dass mein Hausarzt sich in Vorwürfen auf teils rüde Weise erging. Dabei erfuhr ich, dass die Einstellung eines weiteren Medikaments in Tablettenform durch die Diabetologiepraxis in Wirklichkeit der sofortigen Verabreichung von Insulin diente. Das hat mir der Hausartz seinerseits verschwiegen. Nun muss ich wohl oder übel auch noch eine andere Hausarztpraxis suchen.

  5. Dieser Beitrag bestätigt meine Diabetesgeschichte. Vor rund 5 Jahren bekam ich im Alter von 51 die Diagnose Diabetes. Mein BMI lag damals bei 29. Ich wurde dann mit Metformin behandelt. Darauf versuchte ich, einigermassen mit wenig Elan, mehr Sport zu machen. Ich steigerte mein Pensum von ca. 1x Fitnessstudio auf, wenn es gut lief, 2x. Beim Essen hab ich relativ gut darauf geachtet Zucker wenn immer möglich zu vermeiden. Trotzdem musste ich die Dosis auf von 500mg auf 1000mg erhöhen. Vor 3 Jahren habe ich dann angefangen mein Sportpensum drastisch zu erhöhen. Ich habe angefangen zu joggen und bin mittlerweile begeistert davon. Ich mache konsequent 2-3x Krafttraining, jogge mindestens 25 Kilometer (jeweils pro Woche) und fahre mit dem Velo zur Arbeit (5 Stunden zusätzliche Bewegung wöchentlich). Beim Essen passe ich auch auf (sehr proteinreich, auch mithilfe von Proteinshakes vor allem abends) und nun beträgt mein BMI 23, habe 15 Kilo abgenommen und das Beste ist, dass ich seit 1.5 Jahren komplett auf Metformin verzichten kann. Mein letzter Langzeitwert betrug 5.8.
    Ich kann also nur empfehlen den anstrengenderen Weg zu wählen, aber dafür belohnt zu werden mit mehr Lebensqualität. Für mich war die Diabetes fast so was wie ein „Glücksfall“, es hat mich nicht nur dazu gebracht meinen Pfunden endlich zu Leibe zu rücken sondern auch dazu Sport nicht mehr als Mord anzusehen. Mein Leben wurde dadurch bereichert und ich bin so fit und gesund wie noch nie.

    1. Bin 50 und habe vor 6 Wochen die Diagnose erhalten. Esse auch nur noch Fleisch Fisch Gemüse und Salat und selbstgebackenes Dinkelbrot. Trinke fast nur Sprudel oder auch mal ne Cola Zero. Aber ich tu mich schwer beim Abnehmen. Hab in der Zeit grad mal 2 kg weg. Kannst mir grad mal grob deinen Ernährungsplan pro Tag sagen. Vielen lieben Dank und Gruß Tina

  6. Ich kann mich den vielen Vorrednern nur anschließen, bei mir wurde am 11.02.2019 Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Das ganze mit recht heftigen Werten (BZ 390 nüchtern und HBa1c von 12,8). Nachdem ich mich vom kurzen Schock erholt hatte, da ich auf Grund der Anzeichen so eine Vermutung hatte, habe ich mich darauf konzentriert etwas zu ändern. Da ich wegen dem Zucker (und vor allem der Ketone/Ketoazidose) schon ca. 12-15 Kg verloren hatte, nahm ich mir weitere Gewichtsreduktion und Sport vor. Dazu habe ich Jardiance 25 mg (Einnahme/Tag 1-0-0) und Metformin 1000 mg (Einnahme/Tag 1-0-1) bekommen. Jetzt nach 4 weiteren Monaten und einer weiteren Gewichtsreduktion von 13-15 Kg, so wie einer Ernährungsumstellung („low carb“, viele Proteine, Fette, Ballaststoffe und Gemüse) haben sich meine Werte extrem stark verbessert (BZ ~90 nüchtern und HBa1c von 5,6). Natürlich verkneife ich mir nicht alles, aber lebe jetzt doch sehr diszipliniert. Mein Hausarzt ist begeistert und wir haben die Medikamente auf Metformin (Einnahme/Tag 1-0-0) reduziert, mit dem Ziel diese eine Tablette auch noch überflüssig zu machen. Es ist sicher oft nicht einfach sich um zu stellen (auch ich spüre oft das Gewicht meines inneren Schweinehundes auf meiner rechten Schulter, der mir zuflüstert… „nur einmal“) und gerade in meiner Generation (43 Jahre alt) sind fast alle mit süßem, bei mir vor allem Getränken (Cola, Quensch, Caprisonne etc.), aufgewachsen. Aber es geht und wer wirklich will, der sollte sich darüber informieren und an sich arbeiten! Ich kann es nicht verstehen, wenn man so einen Schuss vor den Bug bekommt, einfach so weiter zu machen wie bisher mit der Begründung „ich nehme ja Medikamente dagegen“. Ansonsten bin ich durch den Sport und die Gewichtsreduktion so fit wie vor 20 Jahren, wenn nicht sogar noch fitter. Mein Leben hat enorm an Qualität gewonnen!

  7. Habe seit 4 Jahren Typ 2, wog damals 87kg bei 187cm und jetzt nur noch 74kg… meine Werte hatten sich erst deutlich verbessert (mit Janumed), nun aber wieder verschlechtert, obwohl ich schon auf Ernährung und Bewegung achte und auch nicht mehr weiter abnehmen möchte! Meine Diabetologen sind einigermaßen ratlos (bin auch auf Typ 1 getestet worden, negativ) und können sich die Schwankungen auch nicht recht erklären. Sport hilt nachweislich, aber schon morgens sind die Nüchternwerte dann wieder relativ hoch, was echt frustrierend ist. Ich kann nur sagen, für Typ 2 Diabetiker die nicht übergewichtet sind, ist es ernährungstechnisch unheimlich schwer, alle Therapien sind auf Gewichtsabnahme ausgelegt.

  8. Hallo, habe vor 1 1/2 Jahren die Diagnose Diabetes Typ 2 bekommen. Metformin und Januvia um den Langzeitwert von über 11,2 in den Griff zu bekommem.
    Nachdem im Februar dann noch Insulin dazu kam, war klar ich muss was ändern. In den letzten 6 Monaten habe ich über 30 kg abgenommen (1,80m und 125 kg -> 92 kg) und gehe mindestens 2x die Woche ins Fitnessstudio. Metformin und Januvia konnten abgesetzt werden, ebenso meine Blutdrucktabletten. Aktuell wurden die Einheiten von Toujeo von 20 auf 16 reduziert. Da ich weiterhin super BZ-Werte habe, werden wir es jetzt ganz ohne Insulin probieren. Drückt mir die Daumen 🙂

  9. Hallo, Ich (48J) möchte mich hier mal äußern obwohl ich kein TYP2 hab, jedoch mich selber zu den Insulin-Resistenten einstufe.
    Vor ca. 4 Jahren wog ich 125 KG und fing an Rückenprobleme/Flexibilität/Fuß Hacke Aua usw.
    Ich habe mich dann mit der Diät Materie und Metabolismus im Allgemeinen beschäftigt. Da meine Frau English spricht und dieses Wissen mit ihr teilen wollte, habe ich meistens alles in dieser Sprache recherchiert. (ich kann hier bestens DR. ERIC BERG empfehlen).
    Dieser Arzt beschäftigt sich mit ketogener Ernährung und viele Leiden die mit dieser Diät geheilt werden können.
    Ich kann dieses mit gutem Gewissen empfehlen, man braucht die ersten Wochen allerdings viel Disziplin und Willenskraft. Es dauert bis sich der Körper umstellt, aber einmal 1-2 Wochen im ketogenen Zustand und man fühlt sich wie neugeboren voller Energie. Auch mein Gehirn in Ketose fühlte sich wie Einstein, einfach Klasse.
    Ich ging dann auch 3x die Woche in die Bude für Muskelaufbau (hautsächlich Oberkörper) und ich machte zusätzlich 1-2 mal die Woche ca. 15min Powercycling (Sprint bis Zunge ausm Hals und dann wieder Erholung, dann wieder Vollgas bis fix&foxy. Damals reduzierte sich mein Gewicht innerhalb 14 Monate um 22kg und durch Messung baute ich zur gleichen Zeit ca. 11kg Muskeln auf. Also 33KG Fett verloren und 11KG Muskeln zugelegt.
    Leider bin ich jetzt im Ausland und „dem alten Trott verfallen, zuviel Kohlenhydrate “. Ich mache das ganze jetzt nochmal allerdings mit weniger Sportanteil.
    Viele Ärzte verpönen solche Diäten und raten davon ab. Bei den Foren und Recherchen liest man viel über Menschen die Typ2 hatten und völlig geheilt waren nach dieser Lebensumstellung. Auch Beschwerden für Leber/Galle/Darm usw. werden in fast allen Fällen geheilt oder massiv in Richtung Besserung gesteuert. Also bitte erkundigt euch und versucht es mal für 3-4 Wochen. Es geht hier auch nicht unbedingt um Gewichtsreduktion, sondern einfach um eine Lebensweise die unser Körper vor 50.000 Jahren gewohnt war und halt diese vielen Kohlenhydrate einfach nicht gewohnt waren. Ich glaube nicht dass wir uns genetisch viel seitdem verändert haben.
    Liebe Grüße und viel Erfolg.

  10. Das viele Diabetiker durch eine Gewichtsreduktion und Bewegung von Medikamenten frei werden können, ist doch schon lange bekannt. Die Frage ist jedoch, welche Chancen es für nicht übergewichtige Diabetiker gibt. Ich bin 1,65 cm groß, weiblich, wiege 58 kg. 15 kg abzunehmen ist keine Option.

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