Vitamin C Tabletten als Symbol für die Aufnahme von Vitamin C über Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Schützt Vitamin C vor Erkältungen, Krebs oder Herzkrankheiten?

Auf einen Blick:

Der Körper kann Vitamin C nicht selbst bilden und braucht es deshalb regelmäßig über die Ernährung. Ein echter Mangel ist in Deutschland aber sehr selten. Für die meisten Menschen reichen Obst und Gemüse völlig aus. Zusätzliche Vitamin C Präparate bringen ohne Mangel keinen erkennbaren Vorteil. Erkältungen, Krebs oder Herzkrankheiten lassen sich dadurch weder verhindern noch behandeln.

Von Martina Kalischuk

Vitamin C gehört zu den bekanntesten Vitaminen überhaupt. Kaum ein Nährstoff wird so häufig mit einem starken Immunsystem, der Vorbeugung von Erkältungen oder sogar einem Schutz vor Krebs und Herz Kreislauf Erkrankungen in Verbindung gebracht. Entsprechend groß ist das Angebot an Brausetabletten, Kapseln und hoch dosierten Präparaten. Doch was davon ist tatsächlich wissenschaftlich belegt?

Vitamin C: Warum ist es überhaupt wichtig?

Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, gehört zu den Vitaminen, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Deshalb muss es regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden. Es ist an vielen Prozessen beteiligt, unter anderem am Aufbau von Bindegewebe, an der Wundheilung und an Funktionen des Immunsystems.

Ein schwerer Mangel kann zu Skorbut führen. Diese Erkrankung war früher vor allem bei Seeleuten verbreitet, die über lange Zeit kaum frische Lebensmittel zur Verfügung hatten. Heute kommt Skorbut in Industrieländern nur noch sehr selten vor.

Wie viel Vitamin C braucht man pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich etwa 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer. Schwangere und Raucher benötigen etwas mehr.

Die gute Nachricht: Diese Mengen lassen sich im Alltag meist problemlos erreichen. Bereits eine halbe rote Paprika oder eine Portion Brokkoli liefern ungefähr so viel Vitamin C, wie der Körper pro Tag benötigt. Auch viele Obstsorten tragen zur Versorgung bei.

Für die meisten Menschen gilt daher: Wer regelmäßig Obst und Gemüse isst, nimmt in der Regel ausreichend Vitamin C auf.

Warum ist Ernährung wichtiger als Tabletten?

Mandarine und Vitamin C Kapsel als Symbol für die Frage, ob Vitamin C besser über die Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden sollte.

Wie Sie bereits gelesen haben, steckt Vitamin C vor allem in Gemüse und Obst, zum Beispiel in Paprika, Brokkoli oder Zitrusfrüchten. Diese Lebensmittel liefern aber deutlich mehr als nur Vitamin C: Sie enthalten auch Ballaststoffe, weitere Vitamine und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe.

Deshalb lassen sich die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenreichen Ernährung nicht einfach auf einen einzelnen Nährstoff zurückführen. Wer eine Paprika isst, nimmt nicht nur Vitamin C auf, sondern ein ganzes Paket verschiedener Inhaltsstoffe.

Das erklärt auch, warum sich die Wirkung einer ausgewogenen Ernährung nicht ohne Weiteres durch eine Tablette nachbilden lässt.

Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?

Kaum ein Vitamin wird so häufig mit dem Immunsystem in Verbindung gebracht wie Vitamin C. Besonders in der Erkältungszeit greifen viele Menschen zu Brausetabletten oder hoch dosierten Präparaten.

Die wissenschaftliche Datenlage ist hier jedoch seit vielen Jahren recht eindeutig: Bei Menschen ohne Vitamin C Mangel verhindern Nahrungsergänzungsmittel keine Erkältungen. Auch wenn bereits eine Erkältung besteht, verkürzt zusätzliches Vitamin C die Krankheitsdauer nicht und lindert die Beschwerden nicht in relevantem Ausmaß.

Das bedeutet nicht, dass Vitamin C für das Immunsystem unwichtig wäre. Der Körper benötigt es durchaus. Ist der Bedarf jedoch gedeckt, bringt eine noch höhere Zufuhr keinen zusätzlichen Nutzen. Für den Alltag heißt das: Mehr Vitamin C bedeutet nicht automatisch mehr Schutz vor Erkältungen.

Kann Vitamin C vor Krebs schützen?

Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, erkranken im Durchschnitt seltener an verschiedenen Krebsarten. Auf den ersten Blick könnte daraus der Eindruck entstehen, dass Vitamin C dafür verantwortlich ist. So einfach ist es jedoch nicht. Obst und Gemüse liefern neben Vitamin C viele weitere Stoffe, die gemeinsam wirken. Deshalb lässt sich aus solchen Beobachtungen nicht ableiten, dass Vitamin C allein für den Zusammenhang verantwortlich ist.

Tatsächlich zeigen Studien zu Vitamin C Präparaten bislang keinen Nachweis, dass sie das Krebsrisiko senken oder den Verlauf einer Krebserkrankung verbessern. Für die Krebsprävention spricht daher vieles für eine pflanzenreiche Ernährung, nicht für die isolierte Einnahme einzelner Nährstoffe.

Besonders wichtig: Während einer Chemo oder Strahlentherapie sollten hoch dosierte Antioxidantien nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Team eingenommen werden, da sie theoretisch die Wirkung bestimmter Therapien beeinflussen könnten.

Was ist mit Herz Kreislauf Erkrankungen?

Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild. Menschen mit einer vitaminreichen und gemüsereichen Ernährung haben häufig ein geringeres Risiko für Herz Kreislauf Erkrankungen. Für Vitamin C Präparate lässt sich ein solcher Vorteil jedoch nicht nachweisen.

Zwar können in Studien teilweise Veränderungen einzelner Laborwerte beobachtet werden, etwa eine leichte Senkung von oxidativem Stress oder der Harnsäure. Ob daraus tatsächlich gesundheitliche Vorteile entstehen, konnte bisher nicht gezeigt werden. Deshalb sollte man Laborwerte nicht mit einem nachgewiesenen Nutzen für die Gesundheit verwechseln

Gibt es Nebenwirkungen von Vitamin C?

Vitamin C gilt insgesamt als gut verträglich. Der Körper reguliert die Aufnahme recht effektiv. Überschüssige Mengen werden größtenteils über den Urin ausgeschieden. Auch hohe Dosierungen von mehreren Gramm pro Tag führen meist nur zu vergleichsweise harmlosen Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Sodbrennen. In seltenen Fällen kann das Risiko für Nierensteine erhöht sein, insbesondere bei Menschen mit entsprechender Veranlagung.

Ein praktischer Hinweis: Vitamin C ist sauer. Wer regelmäßig Vitamin C Kautabletten oder Brausetabletten verwendet, sollte auf die Zahngesundheit achten, da der Zahnschmelz angegriffen werden kann.

Fazit: Lohnt sich Vitamin C als Nahrungsergänzung?

Vitamin C ist wichtig für die Gesundheit, wird als Nahrungsergänzung aber häufig überschätzt. Für die meisten Menschen lässt sich der Bedarf problemlos über Gemüse und Obst decken. Ohne Mangel bringt zusätzliches Vitamin C meist keinen erkennbaren Vorteil. Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, fährt daher meist besser mit einer insgesamt ausgewogenen und pflanzenreichen Ernährung als mit hoch dosierten Präparaten.

Häufige Fragen zum Vitamin bei Erkrankungen

Braucht man Vitamin C Supplemente?
In der Regel nein. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf problemlos ab.

Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?
Nein. Es schützt nicht vor Erkältungen und verkürzt die Erkrankung nicht.

Kann Vitamin C Krebs vorbeugen?
Nicht als Supplement. Der beobachtete Effekt hängt mit einer insgesamt gesunden Ernährung zusammen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin C?
Vor allem Paprika, Brokkoli und Zitrusfrüchte liefern hohe Mengen.

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