Fischöl ist nicht gleich Fischöl

Zwei wegweisende Studien zu Omega-3-Supplementen zeigen: Fischöl ist nicht gleich Fischöl. Obwohl die bisher üblichen Fischöl-Supplemente zur Prävention von Herzinfarkten unwirksam sind, könnte das bei neuartigen Präparaten ganz anders aussehen. Neben der Dosierung spielt vermutlich auch die Art des Fischöls eine entscheidende Rolle.

Fischölkapseln sind am Herzen unwirksam

In keinem anderen Bereich wird die Anwendung von Omega-3-Fettsäuren derartig beworben wie zur Prävention und ergänzenden Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hintergrund sind Beobachtungsstudien, die einen schützenden Effekt einer erhöhten Omega-3-Zufuhr suggerieren. Obwohl viele Fachgesellschaften die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, liefert die wissenschaftliche Studienlage für deren Wirksamkeit keinerlei Beweis.

Erst vor wenigen Monaten zeigte ein unabhängiges Cochrane-Review, dass die erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl keinen oder einen allenfalls geringen Effekt auf die Krankheitslast und die Sterblichkeit besitzt (Abdelhamid et al. 2018).

Bei Diabetikern ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Omega-3-Supplemente zur Prävention von Gefäßerkrankungen nicht wirksamer als Placebo (ASCEND-Studie, Bowman et al. 2018). Und auch die 2018 von der Omega-3 Treatment Trialist’s Collaboration veröffentlichte Analyse der zehn größten Interventionsstudien mit Omega-3-Supplementen konnte keinen Effekt feststellen (Aung et al. 2018).

Endlich neue Erkenntnisse

Vor diesem Hintergrund haben zwei Studien für großes Aufsehen gesorgt. Beide wurden zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht und liefern scheinbar komplett gegensätzliche Ergebnisse.

Im Rahmen der VITAL-Studie wurde die Wirksamkeit eines handelsüblichen Fischöl-Supplements (1 g/Tag, mit 460 mg Eicosapentaensäure und 380 mg Docosahexaensäure) zur Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in randomisiertem, placebo-kontrolliertem Design untersucht (Manson et al. 2018). „Primärpräventiv“ bezeichnet die Einnahme der Supplemente durch gesunde Probanden, die noch keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.

In die Studie eingeschlossen waren 25.871 Männer und Frauen älter als 50 Jahre. Gemessen wurde die Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankung und Tod.

Während der medianen Beobachtungszeit von 5,3 Jahren kam es bei 386 (3 %) Teilnehmern der Fischöl-Gruppe und bei 419 (3,3 %) Teilnehmern der Placebo-Gruppe zu Herzinfarkt, Schlaganfall und/oder Tod (p = 0,24). Die Diagnose einer invasiven Krebserkrankung wurde bei 820 (6,3 %) Teilnehmern der Fischöl-Gruppe und 797 (6,2 %) Teilnehmern der Placebo-Gruppe gestellt (p = 0,56).

Damit gab es zwischen beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Ereignissen oder Krebs. Auch die Gesamtsterblichkeit zwischen beiden Gruppen unterschied sich nicht.

Diese Ergebnisse der VITAL-Studie zeigen damit erneut, dass die primärpräventive Anwendung von üblich dosierten (!) Fischölkapseln ohne signifikanten Effekt auf die Sterblichkeit ist.

Dem scheinen die Ergebnisse der REDUCE-IT-Studie zu widersprechen: Dabei wurde die Wirksamkeit einer chemisch veränderten Omega-3-Fettsäure (Eicosapentaensäure-Ethylester) in sehr hoher Dosierung (4 g/Tag) zur Sekundärprävention bei Patienten mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes sowie Fettstoffwechselstörungen untersucht (Bhatt et al. 2018). „Sekundärpräventiv“ bezeichnet die Einnahme der Supplemente durch Patienten mit bereits vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In die Studie eingeschlossen waren 8.179 Männer und Frauen älter als 45 Jahre. Gemessen wurde die Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall, instabiler Angina pectoris, Verschluss von Herzkranz-Gefäßen und Tod.

Während der medianen Beobachtungszeit von 4,9 Jahren trat die genannten Ereignisse bei 705 (17,2 %) der Inventionsgruppen-Patienten und bei 901 (22 %) der Placebogruppen-Patienten auf (p = 0,001). Daten für die Gesamtsterblichkeit wurden nicht veröffentlicht.

Die Ergebnisse der REDUCE-IT-Studie zeigen, dass die sekundärpräventive Anwendung einer hochdosierten, chemisch veränderten Omega-3-Fettsäure die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen und Tod bei Risikopatienten signifikant reduziert.

Was heißt das für die Praxis?

Diese Ergebnisse von VITAL- und REDUCE-IT-Studie sind nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Die Daten der VITAL-Studie belegen einmal mehr die Unwirksamkeit der üblichen Anwendung von Omega-3-Supplementen (Primärprävention mit niedrig dosierten, chemisch unveränderten „natürlichen“ Fischölkapseln). Die Ergebnisse der REDUCE-IT-Studie dagegen liefern Indizien für die Wirksamkeit innovativer Ansätze (Sekundärprävention mit hochdosierten, chemisch veränderten Omega-3-Fettsäuren).

Hier darf nicht der Fehler gemacht werden, die Wirksamkeitshinweise aus der REDUCE-IT-Studie auf die marktüblichen Omega-3-Supplemente zu übertragen. Deren Empfehlung sollte sich spätestens mit diesen Studiendaten erledigt haben.

Offensichtlich besitzen die Omega-3-Supplemente jedoch ein therapeutisches Potenzial, das mit den bisher verfügbaren Präparaten noch nicht genutzt wird. Vor allem die chemische Veränderung der Omega-3-Fettsäuren und die deutliche Höherdosierung könnten zu wirksamen Nahrungsergänzungsmitteln führen.

Die Vermarktung entsprechend veränderter Fischöl-Supplemente steht in Deutschland kurz bevor. Bis dahin bleiben die derzeit am Markt befindlichen, „normalen“ Fischöl-Supplemente erwiesenermaßen unwirksam.

11 Kommentare

  1. Lieber Herr Prof. Smollich,
    frisches Leinöl mit seinem hohen Anteil an Omega 3 ist doch in diesem Zusammenhang viel bedeutender – dazu wäre ein Beitrag als Ergänzung wünschenswert. Frisches Leinöl wäre auch viel sinnvoller, da es nachhaltig und biologisch produziert werden kann.

    1. Interessante Überlegung. Wenn Sie Prof. Smollich darauf antworten gerne auch dazu, ob Leinöl diese veränderte scheinbar wirksame Fettsäure auch ohne weiteres enthält und wie hoch ihr Anteil im Leinöl ist? Danke

      1. Diese chemisch modifizierte Fettsäure (EPA-Ethylester) ist weder in natürlichem Leinöl noch in Fischöl enthalten, sondern es handelt sich hierbei um ein chemisch-synthetisches Produkt, dass aus EPA hergestellt wird. Falls sich die Wirksamkeit bestätigt, handelt es sich dabei also auch nicht um einen Lebensmittelinhaltsstoff, sondern um einen Arzneistoff auf Naturstoffbasis.

    2. Dabei muss man berücksichtigen, dass frisches Leinöl andere Omega-3-Fettsäuren enthält als Fischöl. In Leinöl dominiert die alpha-Linolensäure (ALA), in Fischöl Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Die Umwandlungsrate im menschlichen Körper von ALA in EPA und DHA ist sehr gering (wenige Prozent), sodass man die in Studien untersuchten EPA-/DHA-Konzentrationen über Leinöl-Zufuhr nicht erreichen kann.

      Allerdings: Wie im Cochrane-Review von Anfang 2018 (Abdelhamid et al.) sehr schön differenziert ausgewertet, besitzt auch die gesteigerte ALA-Zufuhr (eben z. B. aus frischem Leinöl) möglicherweise eigene gesundheitliche Vorteile: Es zeigte sich immerhin geringe Evidenz dafür, dass eine erhöhte ALA-Zufuhr das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, KHK-Mortalität und Arrhythmien geringfügig reduzieren könnte. Die erhöhte Zufuhr von EPA/DHA dagegen senkte die Triglyzerid-Konzentrationen bei gleichzeitiger Erhöhung der HDL-Konzentrationen geringfügig, ließ aber das kardiovaskuläre Risiko unverändert.

  2. Gibt es zum Vergleich auch Studien mit einer Behandlung durch hochdosierte natürliche bzw. marktübliche Fischölpräperate? Meiner Meinung nach ist ein Vergleich wie hier zwischen niedrig dosierten natürlichen und hochdosierten chemisch veränderten Fischöl nicht konsistent und die im Vergleich hochlobten chemisch veränderten Preperate somit nicht wahrheitsgemäß – was denken Sie?

    1. Das ist eine sehr berechtigte Frage. Tatsächlich wäre es denkbar, dass auch die bisher verfügbaren Präparate mit „natürlichem“ Fischöl eine Wirksamkeit hätten, wenn man sie erheblich höher dosieren würde. Zu dieser Fragestellung gibt es aber laufende Studien, sodass man deren Ergebnisse abwarten muss. Nichtsdestotrotz haben die ursprünglichen Fischölpräparate die Nachteile, dass die Bioverfügbarkeit der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sehr gering ist, und dass sie zudem sehr oxidationsempfindlich sind. Letzteres führt dazu, dass die Fischöl-Präparate nach längerer Lagerdauer im Handel bereits stark reduzierte Gehalte an Omega-3-Fettsäuren aufweisen.

      1. Ich würde auch die Ansicht unterstützen, dass man versuchen sollte hochdosierte, natürliche Fischöle (> 2000 mg täglich) zu verwenden. Auf die Weise stellt man den Fischverzehr ja am ehesten dar und hat nicht nur die Wirkung von EPA und DHA, sondern auch von sämtlichen weiteren Fettsäuren die ein Fisch enthält und deren Wirkung wir vielleicht noch gar nicht kennen! Um die Oxidationsempfindlichkeit zu verringern sind Antioxidanzien wie z.B. die Polyphenole aus Olivenöl eine tolle Lösung welche in hochwertigen Supplementen eingesetzt werden. Außerdem ist die Verarbeitung im Vakuum bei geringen Temperaturen von Bedeutung, um von Anfang an einen geringen Oxidationswert (TOTOX-Wert) zu wahren. Direkt zu Erkennen ist dies an einem angenehmen Geruch und Geschmack der Öle.
        In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass die Autoren der VITAL Studie am Ende selbst diskutieren, dass für die gewählten Indikationen eigentlich eine höhere Dosierung notwendig gewesen wäre. Entscheidend ist jedoch, wie viel Omega-3 tatsächlich in den Zellen ankommt – d.h. man müsste eine Fettsäure-Analyse durchführen und tatsächlich messen. Abhängig von inter-individuellen Faktoren und wie die Supplemente eingenommen werden (isoliert oder mit einer fetthaltigen Mahlzeit) kann die Resorption um einen Faktor von bis zu 13 variieren (Davidson et al J Clin Lipidol. 2012;6:573-84). Nicht jeder der Omega-3 einnimmt hat also auch wirksame Spiegel! Abhängig vom tatsächlichen Omega-3 Spiegel gibt es durchaus einige Studien, die die Wirksamkeit zeigen (z.B. LURIC Studie: Kleber et al, Atherosclerosis 2016;252:157; Harris WS, Int J Cardiol, 2013;168:53).

        1. Liebe Frau Gewecke, mit Ihren Hinweisen zur Bedeutung der Fischöl-Gewinnung, Verarbeitung und Galenik für die Stabilität und Bioverfügbarkeit haben Sie natürlich vollkommen Recht.

          Die erwähnte LURIC-Studie (Kleber et al. 2016) ist allerdings gerade kein Beweis für die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren, sondern ein gutes Beispiel für die Untiefen der Diskussion um Sinn und Unsinn dieser Supplemente. In die LURIC-Studie eingeschlossen waren 3.316 Teilnehmer, bei denen eine Koronarangiographie durchgeführt werden musste. Dabei wurde auch der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in den Erythrozyten gemessen. Über eine mediane Beobachtungszeit von knapp zehn Jahren zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Konzentration von Omega-3-Fettsäuren in den Erythrozyten und einem reduzierten Mortalitätsrisiko. Damit bestätigten die Ergebnisse der LURIC-Studie einen inversen (wenn auch nicht linearen) Zusammenhang zwischen dem Anteil von EPA und DHA in Erythrozyten und der Gesamtsterblichkeit der untersuchten Patienten. Doch Vorsicht bei der Interpretation!
          Man kann aus dieser Beobachtung nämlich nicht die Schlussfolgerung ziehen, eine Supplementation mit Omega-3-Fettsäuren würde sich positiv auf die Sterblichkeit auswirken. Denn genau das hat die LURIC-Studie ebenso wenig gezeigt wie frühere Interventionsstudien. Aus ernährungsmedizinischer Perspektive überrascht die Beobachtung des umgekehrten (inversen) Zusammenhangs von Omega-3-Fettsäure-Status und Sterblichkeit nämlich keineswegs. Grund hierfür ist allerdings nicht eine quasi-pharmakologische Wirkung der Omega-3-Fettsäuren; vielmehr ist der Omega-3-Fettsäure-Status ein Indikator für das langfristige Ernährungsverhalten der Probanden.

          So ist eine hohe Konzentration an Omega-3-Fettsäuren in den Erythrozyten Folge einer Omega-3-Fettsäure-reichen Dauerernährung, also beispielsweise mit hohen Anteilen an Seefisch, pflanzlichen Ölen und Nüssen und mit geringem Fleischanteil. Dass diese Dauerernährung – auch in prospektiven Studien – tatsächlich zu einer niedrigeren kardiovaskulären und Gesamtmortalität führt, ist aber höchstwahrscheinlich nicht allein auf die Inhaltsstoffgruppe „Omega-3-Fettsäuren“ zurückzuführen. Der protektive Effekt ist also multifaktoriell durch die verschiedenen Komponenten einer fischhaltigen, ansonsten aber überwiegend ovo-lakto-vegetarischen Dauerernährung bedingt.

          Die hohe Omega-3-Fettsäure-Konzentration in den Erythrozyten ist damit lediglich Indikator einer Ernährungsform, die insgesamt reich an sekundären Pflanzenstoffen, Mikronährstoffen und Ballaststoffen und die umgekehrt arm an (verarbeiteten) Fleischprodukten ist. Nach dem aktuellen Stand des Wissens ist es diese Gesamtkonstellation, die zu einer Mortalitätsreduktion führt. Zudem sind gerade diese Ernährungsfaktoren ihrerseits mit soziokulturellen Faktoren (Bildung, Lebensstandard, gesundheitsbewusster Lebensstil) assoziiert, die ebenfalls direkt mit einem besseren Gesundheitszustand und einer geringen Mortalität zusammenhängen. Außer zum Alkoholkonsum wurden in der LURIC-Studie jedoch ausgerechnet zum gesamten Ernährungsverhalten der Patienten keinerlei Informationen erfasst, nicht einmal über den Konsum Omega-3-Fettsäure-haltiger Lebensmittel.

          Damit erlauben die Ergebnisse der LURIC-Studie definitiv keine Aussage darüber, ob sich eine Omega-3-Fettsäure-Supplementation in irgendeiner Weise auf die (kardiovaskuläre) Sterblichkeit auswirkt.

          Nichtsdestotrotz: andere Dosierungen, Galeniken und chemische Modifikationen als heute gemeinhin üblich könnten trotzdem einen positiven Effekt zeigen.

          1. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich stimme zu, dass ausschließlich eine reine Supplementation von Omega-3 bei ansonsten ungesunder Ernährung nicht sinnvoll ist und vermutlich auch keinen Nutzen zeigt. Bei zunehmender Belastung der Fische mit Umweltstoffen und geringen Omega-3 Gehalten in Zuchtfischen halte ich persönlich natürliche Präparate (z.b. auch aus nachhaltiger Kultivierung) jedoch für einen sehr wichtigen Baustein unserer künftigen Ernährung. Schauen wir, was die weiteren Studien mit natürlichen Ölen in den höheren Dosierungen zeigen 🙂

  3. Hallo,
    was die Supplementation mit Kapseln betrifft, sehe ich wieder den gleichen Fehler im Ansatz. Es wird vernachlässigt, was eigentlich passiert mit den langen Fettsäuren – was ist die eigentliche Wirkung auf das Immunssystem mechanistisch?
    Wir arbeiten gerade mit der Universität Erlangen (Forschungsgruppe Dr. Zaiss) an einer Studie mit einem Ballaststoffprodukt (Riegel, Müsli), der durch Abbau der Flohsamen, etc. im Darm (Mikrobiom) kurzkettige Fettsäuren erzeugt. Diese kurzkettigen Fettsäuren (Propionsäure/-at, etc.) sind es auch, die die eigentliche Wirkung auf das Immunsystem erzeugen. Insbesondere regulatorische T-Zellen lassen die Wirkung messen, im Tierexperiment gab es dazu eine Veröffentlichung in Nature Comms. Tests am Menschen laufen.
    Darüber hinaus erzeugt es auch eine Wirkung auf die Darmbarrierefunktion.
    Will sagen: die Darreichungsform und die Verstoffwechslung sind die eigentlichen Fragen. Evtl. gibt es dabei auch noch weitere Variablen (in der Nahrung), die wir nicht ausreichend messen. Welche Bakterienstämme werden zB gefördert, etc..
    Sehe daher Omega-3-Wirkung nicht (alleine) auf die effektivste chemische Form reduziert, das klingt aus meiner Erfahrung heraus nicht plausibel. Außer man weist nach, dass sich die Zusammensetzung der Abbauprodukte merklich unterscheidet. Evtl. verhindert aber die Darreichungsform (Konzentration? Fehlende sekundäre Metaboliten) die ausreichende Verstoffwechslung.
    Alles offene Fragen, die man nicht monokausal beantworten kann und darf.

    Beste Grüße aus Bingen
    Christopher Lüning, Backhaus Lüning
    (Vormals Diagnostikindustrie und Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz)

    1. Hallo Herr Lüning! Alle Dinge, die Sie beschreiben, sehe ich tatsächlich genau so. Insbesondere was die Metabolisierung im Darm und die sekundär über die Darm-Mikrobiota vermittelten Effekte angeht, liegt noch ein praktisch unerforschtes Feld vor uns. Dazu kommen die ebenfalls von Ihnen genannten Fragen der Dosierung und der Darreichungsform. Es gibt sehr vielversprechende Ansätze aus der Forschung (wie auch von Ihnen beschrieben); bis zum Vorliegen klinischer Ergebnisse bleiben die Vermutungen über das therapeutische Potenzial der Omega-3-Fettsäuren im Wesentlichen Spekulation. Ich bin sehr gespannt, welche Erkenntnisse die Forschung dazu in den nächsten Jahren liefern wird…

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